§ Schritt 01
Datenfundament im PIM
Einführung von Akeneo PIM als Single Source of Truth: einheitliche Artikelnummern, ein verbindliches Kategoriemodell, definierte Attribute, Medien und Sprachen. Aus verstreuten Listen wurde ein gepflegter Katalog.
Ein weltweit führender Folienhersteller. Tausende Produkte, neunzehn Standorte, elf Sprachen — und am Anfang: keine strukturierten Produktdaten. Wie aus Excel-Listen, uneinheitlichen Artikelnummern und einer gewachsenen Website eine skalierbare Digitalplattform wurde, die ihre Produkt-Landingpages selbst erzeugt. Ein technischer Werkstattbericht in vier Kapiteln.
Die RKW Group gehört zu den weltweit führenden Herstellern von Folienlösungen — technisch exzellent, breit aufgestellt, in vielen Märkten zu Hause. Die digitale Außendarstellung war dagegen über Jahre gewachsen. Das eigentliche Problem lag aber nicht auf der Website. Es lag eine Ebene tiefer — in den Daten. Drei Befunde standen am Anfang:
Anders gesagt: Das Portfolio war stark. Es war nur nirgends so erfasst, dass eine Maschine es zuverlässig ausspielen konnte. Eine neue Website hätte dieses Fundament nicht ersetzt — sie hätte das Chaos nur schöner gemacht.
„Wir hatten Tausende Produkte —
aber keine zwei, die gleich benannt waren."
Digital-Team RKW · Projektstart, 2022
Wir haben die Reihenfolge umgedreht, die im Enterprise-Umfeld oft vertauscht wird: erst die Daten, dann die Plattform, dann die Automatisierung. Nicht die Website war das erste Gewerk, sondern das PIM — das System, in dem jedes Produkt genau einmal, vollständig und mehrsprachig lebt.
§ Schritt 01
Einführung von Akeneo PIM als Single Source of Truth: einheitliche Artikelnummern, ein verbindliches Kategoriemodell, definierte Attribute, Medien und Sprachen. Aus verstreuten Listen wurde ein gepflegter Katalog.
§ Schritt 02
TYPO3 V12 als mehrsprachige Multisite-Basis, Aimeos für Katalog und Produktfinder. Eine Architektur, die neunzehn Standorte und elf Sprachen aus einem System bedient — statt aus neunzehn Insellösungen.
§ Schritt 03
Akeneo erzeugt über TYPO3 automatisch Produkt-Landingpages. Eine Success2TYPO3-Schnittstelle hält Stammdaten mit SAP konsistent. Pflege passiert einmal — und erscheint überall.
Vier Systeme, eine Richtung. Das ERP liefert die Wahrheit über Stammdaten, das PIM die Wahrheit über Produkte — beides fließt in die Plattform, die daraus Seiten und Katalog erzeugt.
Stamm- & Organisationsdaten. Über Success2TYPO3 angebunden.
Single Source of Truth für alle Produktinhalte & Sprachen.
Mehrsprachige Multisite. Erzeugt Produkt-Landingpages automatisch.
Katalog & Produktfinder auf Basis der PIM-Daten.
Datenfluss: SAP → Success2TYPO3 → TYPO3 · Akeneo → Produkt-Landingpages & Aimeos-Katalog
Vor der ersten Zeile Frontend-Code stand das Attributmodell. Wir haben definiert, was ein Produkt bei RKW überhaupt ausmacht: technische Eigenschaften, Anwendungen, Nachhaltigkeitsmerkmale, Medien, Beziehungen. Erst diese Disziplin in der Datenmodellierung macht Automatisierung möglich — denn automatisieren lässt sich nur, was vorher einheitlich strukturiert wurde. Aus „derselbe Artikel, drei Namen" wurde eine Artikelnummer, eine Wahrheit.
Der eigentliche Hebel: Jedes vollständig gepflegte Produkt erhält in TYPO3 automatisch eine eigene, vollwertige Landingpage — inklusive sauberer Überschriftenstruktur, Metadaten, strukturierter Daten und interner Verlinkung. Niemand legt diese Seiten von Hand an. Ein neues Produkt im PIM bedeutet eine neue Seite im Web — in jeder Sprache gleichzeitig. Aus einem Veröffentlichungsprozess von Wochen wurden Stunden.
Über die Success2TYPO3-Schnittstelle fließen Jobbeschreibungen- und Organisationsdaten aus SAP direkt in die Plattform. Standorte, Strukturen und Beschreibungen bleiben zwischen ERP und Web konsistent — ohne doppelte Pflege, ohne manuelle Exporte, ohne den klassischen Bruch zwischen „dem, was im System steht" und „dem, was online steht".
Sprache ist in dieser Architektur ein Attribut, keine Kopie. Produktinhalte werden je Sprache im PIM gepflegt und über den jeweiligen TYPO3-Sprachbaum ausgespielt. So lassen sich bis zu elf Sprachen aus einer einzigen Datenquelle bedienen — strukturell identisch, inhaltlich lokalisiert. Ein neuer Markt heißt nicht „neue Website", sondern „neue Sprachebene".
Weil jede Produkt-Landingpage aus strukturierten Daten entsteht, ist sie technisch von Grund auf sauber: konsistente Titel, Beschreibungen, strukturierte Daten, sprechende URLs. Genau das, wonach Suchmaschinen — und zunehmend generative Antwort-Systeme — suchen. Die Sichtbarkeit des Produktportfolios stieg damit nicht durch eine Kampagne, sondern als strukturelle Folge des Datenfundaments.
Aus vier Jahren Aufbau wurde keine einzelne Website, sondern ein in den Betrieb integriertes System. Drei Effekte lassen sich in Zahlen fassen — die wichtigsten zeigt das Team im Alltag.
Die weichen Effekte wogen mindestens so schwer: Ein neues Produkt war in Stunden statt Wochen online — in allen Sprachen. Marketing und Vertrieb stritten nicht mehr über Datenstände, weil es nur noch einen gab. Und die IT pflegte nicht mehr neunzehn Inseln, sondern ein System mit Struktur. Das Datenmodell wurde vom Engpass zum Fundament.
Ein starkes Produktportfolio verdient eine Plattform, die mit ihm skaliert. Nicht eine Website, die hinterherpflegt — sondern ein System, das aus sauberen Daten von selbst Seiten erzeugt. Wer im Enterprise-Umfeld wirken will, braucht keine schönere Fassade. Er braucht ein belastbares Datenfundament, eine Plattform, die darauf aufsetzt, und die Disziplin, beides nicht wieder zu verwässern.
Die RKW Group hat heute kein „neues Website-Projekt" abgeschlossen. Sie betreibt eine Produktdaten-Maschine — und das ist der eigentliche Hebel.
§ I
Warum beginnt die Plattform beim PIM — und nicht bei der Website?
Weil eine Website immer nur so gut ist wie die Daten, die sie zeigt. Bei RKW lagen die Produktdaten verstreut, unstrukturiert und uneinheitlich nummeriert vor. Erst Akeneo als zentrales Product Information Management schuf eine verlässliche Quelle — auf deren Basis sich Website, Produkt-Landingpages und Katalog überhaupt automatisieren ließen.
§ II
Wie entstehen aus Akeneo automatische Produkt-Landingpages in TYPO3?
Jedes Produkt wird in Akeneo nach einem festen Attributmodell gepflegt — Bezeichnung, Eigenschaften, Anwendungen, Sprachen, Medien. Eine Schnittstelle übergibt diese Daten an TYPO3 V12. Dort erzeugt ein Template-System pro Produkt eine vollständige, SEO-strukturierte Landingpage — ohne dass jemand sie manuell anlegt.
§ III
Welche Rolle spielt die SAP-Schnittstelle?
Über eine Success2TYPO3-Schnittstelle fließen Stammdaten und Strukturen aus SAP in die Plattform. So bleiben Produkt-, Standort- und Organisationsdaten konsistent zwischen ERP und Web — ohne doppelte Pflege und ohne manuellen Export.
§ IV
Wie wird die Mehrsprachigkeit für neunzehn Standorte gelöst?
Sprache ist im PIM ein Attribut, nicht eine Kopie der Seite. Produktinhalte werden je Sprache in Akeneo gepflegt und über TYPO3 in den jeweiligen Sprachbaum ausgespielt. So lassen sich bis zu elf Sprachen aus einer einzigen Datenquelle bedienen — strukturell identisch, inhaltlich lokalisiert.
§ V
Ist dieser Plattform-Ansatz auch für andere Industrieunternehmen übertragbar?
Ja. Der Ansatz ist nicht branchenspezifisch, sondern datenspezifisch. Überall, wo viele Produkte, mehrere Märkte und ein gewachsenes ERP zusammenkommen, lohnt sich dieselbe Reihenfolge: erst das Datenfundament im PIM, dann die Plattform, dann die Automatisierung.
